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Österreichische Limousinzucht beeindruckt Gäste aus Dänemark

Kürzlich besuchten 50 dänische Limousinzüchter Betriebe in Oberösterreich und der Steiermark. Gemeinsam mit dem FIH und der Rinderzucht Steiermark stellte Fleischrinder Austria für die Gruppe das Exkursionsprogramm zusammen. Die Züchterkollegen aus dem Norden waren beeindruckt von der Qualität der österreichischen Limousinzucht. 

Hornloszucht auf höchstem Niveau
In Oberösterreich wurde die Gruppe von Hans Harsch, Obmann der oberösterreichischen Fleischrinderzüchter und Fleischrinder Austria Mitarbeiterin Anna Koiner begrüßt und begleitet.

Den Auftakt bildete die Besichtigung der Zuchtherde von Familie Stadler, Hellmonsödt. Für  Hans Stadler ist die Hornlosigkeit ein wichtiger Faktor – eine rein hornlose Herde ist das erklärte Ziel.  Familie Stadler ist mit ihren Tieren seit Jahren erfolgreich auf Rinderschauen vertreten und strebt an, dass alle Tiere der Herde führig sind. 

Im Anschluss ging es zu einem weiteren bekannten und erfolgreichen oberösterreichischen Zuchtbetrieb. Bereits seit 1998 beschäftigt sich Familie Reisenberger aus Kirchschlag bei Linz mit der Hornloszucht. Der Bestand umfasst derzeit 45 Zuchttiere. Neben dem Verkauf von Zuchttieren stellt die Direktvermarktung ein wichtiges Standbein des Betriebes dar. Seit 2012 setzen die Betriebsleiter auf Kurzrasenweide. Das Credo am Biobetrieb  „Fleisch aus Gras“ spiegelt sich auch im Zuchtziel wider.

Im Land von Styria Beef 
Von Oberösterreich ging es weiter in die Steiermark. Auf der Fahrt erläuterte Anna Koiner einige Fakten zur Mutterkuhhaltung und Limousinzucht in Österreich sowie zum Vermarktungsprogramm Styria Beef. Das Markenprogramm gilt als das Pilotprogramm für  die Vermarktung in der Mutterkuhhaltung und basiert auf der Kreuzung von Fleckvieh mit Limousin.

Nach der Begrüßung durch DI Franz Pirker, Zuchtleiter für Fleischrinder in der Steiermark und Fleischrinder Austria Geschäftsführer, wurde der Zuchtbetrieb von Familie Ertl, Pöls-Oberkurzheim, besucht. Seit 1990 beschäftigt sich Familie Ertl mit der Reinzucht von Limousin. Am Biobetrieb werden rund 170 Rinder gehalten – davon 60 Mutterkühe und sechs Deckstiere. Aufgrund der Herdengröße und aus organisatorischen Gründen wird kaum künstliche Besamung eingesetzt. Da die Deckstiere überwiegend an Betriebe zur Gebrauchskreuzung verkauft werden, ist das Zuchtziel ein mittelrahmiger Typ, der sich zur Jungrinderproduktion eignet. Seit 1996 war Familie Ertl mit ihren Tieren bei jeder Bundesfleischrinderschau vertreten und ist seit einigen Jahren auch auf den Jungtierausstellungen erfolgreich. Mit dem achtjährigen Deckstier Kai konnte Heinrich Ertl den Bundessieger 2016 vorstellen und auch die Bundessiegerin aus dem Jahr 2013 ist noch am Betrieb. 

Am zweiten Tag der Betriebsbesuche ging es in die Oststeiermark. Thomas Kahr begrüßte die Gruppe am Tieberhof, dem Sitz der GENOSTAR Rinderbesamung in Gleisdorf und lud zur Stierpräsentation ein. Vorgestellt wurden mit GS W1 und GS Zürich auch Top-Vertreter aus dem internationalen Fleckviehzuchtprogramm. GS Wipp PP*, ein Stier aus der Fleckvieh Fleischnutzung und die beiden Weiß-Blauen Belgier Stiere GS Bull Pp* und GS Idefix komplettierten das Bild. Den Abschluss bildete die Präsentation vom sechsjährigen Limousinstier Matador Pp*, gezüchtet von Familie Ertl. Der mittelrahmige, sehr gut bemuskelte Stier wird seit einigen Jahren vor allem in der Gebrauchskreuzung erfolgreich eingesetzt. 

Weiter ging es auf 1.000 Meter Seehöhe zu Familie Haberl, die auf ihrem Betrieb in Birkfeld seit 1987 Limousin züchtet. Am Familienbetrieb werden 60 Rinder – davon 25 Zuchtkühe – gehalten. Neben Natursprung kommt auch künstliche Besamung zum Einsatz. Als Deckstier ist derzeit ein aus Luxemburg importierter Stier im Einsatz, für die Besamung wurden zuletzt vor allem französischen Stiere ausgewählt. Mit Odera, einer Tochter von Besamungsstier Feydeau, holte Familie Haberl den Gesamtsieg der Limousinkalbinnen beim diesjährigen GENOSTAR Fleischrindertag. Die Qualität der Tiere beeindruckte die dänischen Züchterkollegen ebenso wie die Bewirtschaftung des Bergbauernbetriebes.

Der Abschluss der Besichtigungstour war ein gemeinsames Mittagessen in der Latschenhütte auf der Teichalm, dem größten zusammenhängenden Almgebiet Europas. Tags darauf besuchte die Gruppe noch den Almabtrieb in der Hinterradmer und nach einer Fahrt durch das Gesäuse klang ihr Besuch in Österreich mit Kulturprogramm in Salzburg aus, bevor es auf die Heimreise nach Dänemark ging. 

Herzlichen Dank an die Familien Stadler, Reisenberger, Ertl und Haberl und an das Team der GENOSTAR Rinderbesamung für die interessanten Betriebsvorstellungen und die vorzügliche Bewirtung. 



Anna Koiner                                                                                   25.09.2018