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Zuchtrinderversteigerung, 22.09.2020, Traboch

Genomische Leckerbissen sorgen für Ausrufezeichen!

Für die Zuchtrinderversteigerung am 22. September in Traboch wurde eine etwas kleinere Stückzahl angeboten, welche durchaus zügig vermarktet werden konnte. Die schöne Wetterlage und eine prognostizierte Schlechtwetterfront, waren dafür verantwortlich, dass etwas weniger bäuerliche Kaufinteressenten den Weg nach Traboch fanden. Absätze nach Italien, Slowenien, Irland, Türkei, Usbekistan und Aserbaidschan konnten den Markverlauf stabilisieren. Die getätigten Treuhandkäufe der Mitarbeiter der RINDERZUCHT STEIERMARK wirkten sich ebenfalls positiv auf den Marktverlauf aus. Diese Möglichkeit des Vieheinkaufes könnte auch in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen, für alle jene Kaufinteressenten mit begrenzten Zeitressourcen,

Die Einhaltung der Corona Präventionsmaßnahmen wurden mit den Verkäufern und Käufern gut kommuniziert, sodass diese auch lückenlos umgesetzt wurden. Seitens der Organisationen bedanken wir uns für die Kooperationsbereitschaft aller Marktteilnehmer.

Obmann Matthias Bischof konnte bei der Eröffnung der Versteigerung Viehhandelsfirmen aus den In- und Ausland begrüßen, sowie auch Kaufinteressenten aus den benachbarten Bundesländern. Ein besonderer Gruß galt dem LKV Steiermark Obmann Ing. Andreas Täubl.  

Fleckvieh

Das mittelgroße Angebot an Zuchtkälbern konnte zu ordentlichen Preise abgesetzt werden. Kälber ab 120 kg und guter körperlicher Entwicklung haben deutlich Vorteile in der Preisbildung. Die ganz großen Preisschwankungen nach oben und unten blieben diesmal aus.

Das Angebot der FV Jungkalbinnen konnte war sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite wurden Jungkalbinnen angeboten, welche sich nach der Weidesaison in einem rohen Zustand befanden und auf der anderen Seite waren auch überaus gut entwickelte Tiere dabei.

Die absoluten „Topseller“ in dieser Kategorie waren zwei Tiere mit außergewöhnlich hohen genomischen Zuchtwerten. Die Standnummer 51 vom Betrieb vom Betrieb Schörgi Franz, Kainach bei Voitsberg wusste mit einem GZW von 137 Punkten und einem Euterzuchtwert von 127 Punkten zu überzeugen. Diese HERZPOCHEN Tochter wird in Zukunft ihre genetischen Spuren in einem bekannten bayrischen Braunviehzuchtbetrieb hinterlassen und war dem neuen Besitzer 6.520 Euro wert. Ein weitere genetisch interessante HERZPOCHEN Tochter wurde vom Betrieb Sackl Martin, Hengsberg angeboten. Ein GZW von 130 und ein Euterzuchtwert von 130 waren einem Spitzenbetrieb aus dem Bundesland Salzburg 3.180 Euro wert.

Der Absatz der Fleckvieh Jungkühe war gut, konnte aber an die Preisbildung der Mai und Augustversteigerung in Traboch nicht heranreichen. Die notwendigen Impulse seitens der bäuerlichen Käufer waren etwas verhaltener als zuletzt.
Die Spitzenpreise dieser Kategorie konnten zwei Kühe aus den Zuchtbetrieben Anna und Christoph Eichberger, St. Margarethen bei Knittelfeld bzw. Heidemarie und Markus Göttfried, Unzmarkt mit 2.200 Euro Zuschlagpreis erreichen. Beide Spitzenkühen werden in Zukunft in der Steiermark produzieren.

Das qualitativ ansprechende Angebot an Kalbinnen traf auf eine gute Nachfrage. Eine Exportmöglichkeit nach Aserbaidschan für gute Kalbinnen wirkte marktbelebend. Den Tageshöchstpreis in dieser Kategorie erreichte eine BIO Kalbin aus dem Betrieb Haberleitner Roswitha, St. Margarethen bei Knittelfeld. Es ist immer wieder zu beobachten, dass bei BIO Tieren ein deutlicher Nachfrageüberhang auf den Zuchtrinderversteigerungen gegeben ist.

Milchrassen

Für einen Paukenschlag im Segment der Milchrassen sorge zweifelsohne die AMORIE Jungkalbin vom Betrieb Josef Hohl, Geistthal. Mit einem GZW von 135 Punkten steht dieses Tier auf der Spitzenposition der gesamten Braunviehzucht. Zu dieser außergewöhnlichen Leistung ist dem Zuchterbetrieb zu gratulieren. Die Möglichkeit im Spitzenbereich einer Rasse einzusteigen sicherte sich nach einem steirischen Bieterduell eine aufstrebende Züchtergemeinschaft mit Sitz auf einem bekannten oststeirischen Fleckviehzuchtbetrieb. Der Rekordpreis von 13.800 Euro netto stellt einen kräftigen Impuls für die steirische Braunviehzucht dar und zeigt die Konkurrenzfähigkeit des Zuchtprogrammes im internationalen Vergleich.

Im Bereich der melkenden Tiere der Milchrassen war das Angebot durchaus ansprechend. Leider deckten sich die Preisvorstellungen der Verkäufer nicht immer mit der aktuellen Marktlage. Den Tageshöchstpreis erzielte eine Salomon Tochter vom Betrieb Thomas Riegler, Langenwang. Diese Top Jungkuh der Rasse Holstein konnte mit einer garantierten Tagesmilchmenge von 39 kg überzeugen und war einem Züchter aus dem Bezirk Murtal 2.040 Euro wert.

Die vom Land Steiermark gewährte Ankaufsbeihilfe für weibliche Zuchtrinder für alle steirischen Betriebe war einmal mehr ein wichtiger Stabilisierungsfaktor im Zuchtrinderabsatz am Standort Traboch.

Die nächsten Zuchtrinderversteigerungen der Rinderzucht Steiermark:

Dienstag, 29. September in Greinbach
Donnerstag, 15. Oktober in St. Donat
Dienstag, 17. November in Traboch

Georg Steiner                                                                                      22.09.2020