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Betriebsreportage - Engelbert Sitka, vulgo Stoppacher, Miesenbach bei Birkfeld, Steiermark

Ewiger Zweiter? von Georg Stückler, Rinderzucht Steiermark

Der Betrieb Sitka liegt in Alleinlage auf 860 Meter Seehöhe in Miesenbach bei Birkfeld im oststeirischen Berg- und Hügelland. Gehalten werden 24 Milchkühe in Kombinationshaltung mit Auslauf und rund 50 Jungkalbinnen - an sich nichts Besonderes.

Doch bei genauerer Betrachtung des Bestandes wird klar, welcher züchterischer Wert und welches genetische Potenzial vorhanden sind und welchen Einfluss diese kleine, aber feine Herde auf die gesamte österreichische und auch über die Grenzen hinausgehende Fleckviehzucht nimmt.

Ewiger Zweiter? Wenn man die bisherigen Ehrungen der alljährlich verliehenen, heiß begehrten Trophäe „Fleckviehzüchter des Jahres“ betrachtet, trifft es auf den Betrieb der Familie Sitka zu.
Abgesehen davon schaffte es der Betrieb Sitka, sich in den letzten acht Jahren fünf Mal unter den Top 10 zu platzieren - vier Mal davon auf einen Stockerlplatz. Wer weiß, welcher Fleiß-, Wissens- und Arbeitsaufwand dahinter steckt, der weiß auch, dass diese Kontinuität der züchterischen Leistung nicht dem Zufall überlassen ist.

Sehr oft wird nur der Erfolg gesehen. Hinter diesem steckt aber ein enormer Aufwand, das alles zu managen. Zurzeit werden im Jahr rund acht Embryotransfers durchgeführt. Für die anfallenden Embryonen dienen zum Teil eigene wie fremde Kühe und Kalbinnen als Trägertiere. Ebenso werden einige Jungkalbinnen als Trägertiere zugekauft, bei denen Engelbert größten Wert auf die Exterieuranlage legt. Schließlich werden diese nach dem Abkalben als Jungkühe auf den Zuchtrindermärkten in Traboch und Greinbach angeboten - 34 Stück im Jahr 2019. Auch in dieser Sache konnte sich Engelbert Sitka inzwischen einen Namen machen.

Zuchtziel
Das Zuchtziel sind leistungsbereite Kühe mit dem Hauptmerkmal Euter im Exterieur. Und das erkennt man auch, wenn man durch die Herde schaut. Ebenso spiegeln die Zuchtwerte von Stieren, die aus der Zuchtstätte Sitka stammen, sehr oft diesen Typ von Kuh wider.

Zwei R-Kuhstämme
Der erste Embryotransferversuch am Betrieb Sitka erfolgte im Jahr 2002. Gespült wurde RIA (Pram x Brand Red), die Stammkuh des allseits bekannten R-Kuhstammes der Familie Sitka.
RIA wurde durch einen äußerst erfolgreichen Zukauf, wie sich in den Jahren danach herausstellte, in Ried 1989 erworben. Zur Draufgabe schaffte sie es, im Jahr 2005 die 100.000-kg-Lebensleistungsmarke zu knacken. Das Ergebnis der Spülung: 1 Embryo.
Bekannte Kühe aus der R-Linie sind die MANITOBA-Tochter ROSENSTOLZ (Mutter von INROS, IHC), ihre RAFFZAHN-Tochter REXANA (Mutter von GS WERTVOLL und VESPER) und ihre WILLIAMS-Tochter REWANA (Mutter von GS EHRSAM, ELSTAR, GS ER WILL und ELRANCHO).
Die Kühe aus der R-Linie sind großrahmige leistungsbereite Doppelnutzungstypen mit besten Eutern. Genau diese Eigenschaften sind es, mit denen auch die GS WERTVOLL-Töchter sehr positiv auffallen.

Aus einer weiteren, nicht aber mit diesem Kuhstamm verwandten R-Linie stammt der stark nachgefragte genomische Jungvererber GS WAY. Der WORLDCUP-Sohn weiß mit guten Milch- und Fitnesswerten sowie hervorragendem Exterieur zu gefallen. Die Stammmutter diese R-Linie wurde aus der bekannten RESL-Kuhfamilie zugekauft.

N-Kuhstamm
Der N-Kuhstamm wurde durch einen Zukauf im Jahr 2000 erworben. Bekannte Kühe aus dieser Familie sind die ROMEL-Tochter NERA (Mutter von GS VENEZUELA), ihre MANITOBA-Tochter NIKI (Mutter von GS ILKON), ihre INDOSSAR-Tochter NALISA (Mutter von GS VAIL) und deren HURLY-Tochter BM NORA (Mutter von GS MURTAL, WEINBRAND, RIES Pp*, WALTDISNEY).
BM NORA wurde bei einer Eliteauktion nach Deutschland verkauft und hat dem Käufer durch ihre Erscheinung sowie einigen Söhnen auf Besamungsstationen bereits viel Freude bereitet.
Die Tiere aus der N-Linie sind feine, mittelrahmige, leistungsbereite Kühe mit besten Eutern.

„Optimistischer Blick in die Zukunft“
Da diese Linien ihr genetisches Potenzial sehr stark vererben, verfügt Familie Sitka über einen großen Pool an hochtypisierten Jungrindern. So wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft das eine oder andere Tier bei einer Eliteauktion angeboten werden.

Von der Freude und Begeisterung an der Zucht bei den Sitkas hat sich auch der Nachwuchs anstecken lassen. So sind Tochter Kerstin und Sohn Andreas schon bei einigen Jungzüchter-Vorführbewerben als Teilnehmer am Start gestanden.

Besonders wichtig ist Engelbert eine gute Zusammenarbeit mit dem ET-Team von Dr. Wilhelm sowie GENOSTAR und Rinderzucht Steiermark. Nur gemeinsam lässt sich so etwas schaffen und wer weiß, ob es beim ewigen Zweiten bleibt?

Die Rinderzucht Steiermark bedankt sich bei der Familie Sitka für die gute Zusammenarbeit und die Loyalität zum Unternehmen und wünscht alles Gute in Haus und Hof.