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AGÖF-Vollversammlung 2019 – Verdiente Ehrung für Steirische Fleckviehzüchter

Die Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Fleckviehzüchter fand heuer im Zuchtgebiet des Rinderzuchtverbandes Vöcklabruck in Altmünster am Traunsee in Oberösterreich statt. Obmann Sebastian Auernig und Geschäftsführer Johann Tanzler hielten Rückblick auf das vergangene Jahr und informierten über Aktuelles von FLECKVIEH AUSTRIA.


Der Obmann bedauerte den Rückgang der Anzahl der Kontroll- und Herdebuchkühe, hob aber hervor, dass die Zahl der Zuchtherden im Vergleich zu der der Kontrollherden gestiegen sei. Damit sei das Ziel, dass fast 100 Prozent der Kontrollkühe in das Zuchtgeschehen integriert sind, im Wesentlich erreicht.  Dem Strukturwandel könne auch etwas Positives abgewonnen werden: Er entlaste den Markt, so der Obmann.


Im Bericht über die Vermarktung sprach er das heiße Eisen „Tiertransporte“ an und erklärte die Argumentationslinie der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Rinderzüchter (ZAR), der er als Obmannstellvertreter vorsteht.  Die ZAR betone in diesem Zusammenhang einerseits die wirtschaftliche Bedeutung der Zuchtrinderexport für die österreichischen Landwirte und andererseits die Möglichkeit für die  Importländer, eigene Bestände aufzubauen und damit die Zukunft ihrer Bauern zu sichern, so Auernig. 22.500 Fleckviehtiere wurden 2018 auf Versteigerungen und ab Hof für den Export angekauft, das waren um 6.300 Stück weniger als im Jahr davor. Die meisten Tiere wurden nach wie vor in die Türkei verbracht. Bei den Exportankäufen auf den Versteigerungen gingen von insgesamt 9.400 angekauften Tieren 4.100 in die Türkei und 3.500 nach Italien.


Anpassung beim Zuchtprogramm
Dr. Christian Fürst von der ZuchtData informierte in seinem Vortrag über die neue Anpassung beim Zuchtprogramm, die  kürzlich beim Lenkungsausschuss der AGÖF beschlossen wurde. Die Änderung sieht einen höheren Einsatz von genomischen Jungvererbern vor und spiegelt eigentlich nur das wider, was in der Züchtungspraxis im bundesweiten Durchschnitt bereits vollzogen wird: Die etwa 300.000 Herdebuchkühe sollen mit 75 Prozent Jungvererbern (bisher 50 Prozent) angepaart werden; die  Kandidatenmütter mit 90 Prozent (bisher 75 Prozent). Diese Anpassung sei ein Signal, dass die Zuchtverantwortlichen von der genomischen Selektion überzeugt seien, erklärte Fürst. Zu erwarten ist ein um 10 Prozent höherer Zuchtfortschritt, der tendenziell in Richtung stärkere Fitness gehen wird.


Minimale Änderung wird infolge bei der Auswertung zum Züchter des Jahres geben: Die bisherige Höchstgrenze für die maximale Punktezahl beim Kriterium Jungvererbereinsatz wir von 50 Prozent auf 75 Prozent angehoben und  im Bereich Gesundheitsmonitoring werden nur mehr Punkte vergeben, wenn auch Daten geliefert werden. 20 Punkte gibt es, wenn die Daten plausibel genug sind, um in die Zuchtwertschätzung einfließen zu können.


FleckScore: neues Merkmal
Gerald Pollak, Hauptverantwortlicher der Exterieurbeurteilung, berichtete, dass seit Oktober 2018 bei der Exterieurbewertung das neue Merkmal „Strichplatzierung hinten“ (SPH) erhoben und bei der Berechnung der Euternote in FleckScore berücksichtigt wird. Die Gewichtung von SPH beträgt 8 Prozent. Die Gewichtung der Strichstellung wurde im Zuge dessen um 4 Prozent, die Strichplatzierung vorne um 3 Prozent und  im Zentralband um 1 Prozent reduziert. Als Test wird in den nächsten ein bis zwei Jahren das Merkmal Klauensaumwinkel bewertet. Die Auswertung wird zeigen, ob dieses Merkmal eine bessere Erblichkeit und damit eine bessere  Aussage über die Qualität der Klauen liefert.


Die Beurteilung des Melkverhaltens wird künftig vom LKV und zwar im Zuge der Melkbarkeitsprüfung durchgeführt. Der Vorteil dabei ist, dass dieses Merkmal dann bei allen Kühen erhoben wird und nicht nur bei den mit FleckScore beschriebenen  Erstlingskühen. Durch die viel größere Datenmenge besteht die Chance, einen Zuchtwert mit entsprechend höherer Sicherheit zu entwickeln.


„Zucht in bäuerlicher Hand behalten"
Dr. Christa Egger-Danner von der ZuchtData und ZAR-Obmann Stefan Lindner referierten zum Thema „Zucht in bäuerlicher Hand behalten". Sie beleuchteten dieses Thema von verschiedenen Blickwinkeln. Quintessenz war, dass es keine einfache Lösung gibt und sicher noch intensive Überlegungen und Diskussionen notwendig sein werden, wie man sich bei diesem Thema positioniert bzw. welche Schritte gesetzt werden sollen. Jedenfalls ist Eile geboten, da die neuen Möglichkeiten durch  Big Data, Künstliche Intelligenz und damit verbundenen Bereiche die Entwicklung enorm beschleunigen.


Weltkongress und Bundefleckviehschau
Ing. Johann Tanzler und Obmann Auernig konnten berichten, dass bereits intensiv am Ablauf des Weltkongresses und der Bundesfleckviehschau im September 2020 geplant wird. Der Weltkongress wird in Wien stattfinden, beginnend am Dienstag, 1. September. Einen abschließenden  Höhepunkt wird die Bundesfleckviehschau am 5. und 6. September in Freistadt in Oberösterreich darstellen.

Ehrenobmann ÖR. Derler von der AGÖF geehrt
Obmann Auernig würdigte in einer Laudatio die Leistungen von ÖR. Hans Derler, der seit der Gründung der Rinderzucht Steiermark als Funktionär Verantwortung für die Entwicklung der Fleckviehzucht in der Steiermark mitgetragen hat.

Ehrungen der Züchter des Jahres als glänzender Abschluss
Ein Höhepunkt der Vollversammlung war auch in diesem Jahr die Ehrung der „Fleckviehzüchter des Jahres“. Dabei standen die Züchterfamilien der fünf top rangierten Zuchtbetriebe in Österreich im Mittelpunkt und ihre Leistungen wurden in Erwähnung ihrer Zuchterfolge gewürdigt:


„Züchter des Jahres“ - die Top 5 in Österreich 2018:


1. Familie Fürst, Lasberg, RZO
2. Familie Sitka, Miesenbach, RSTM
3. Familie Luschnig, Obdach, RSTM
4. Familie Eichberger, St. Margarethen/Knittelfeld, RSTM
5. Familie Freigassner, Weißkirchen, RSTM


Geschäftsführer Reinhard Pfleger würdigte in seinen Laudatien für die Züchterfamilien Freigassner, Eichberger, Luschnig und Sitka die Besonderheiten der beiden Betriebe und drückte Respekt und Stolz für die erbrachten Leistungen aus.


Die Rinderzucht Steiermark konnte heuer in dieser unter der Züchterschaft sehr begehrten Auszeichnung beachtliche 12 Züchter unter die Top 20 sowie 5 Züchterfamilien unter die Top 6 platzieren.


Die Rinderzucht Steiermark gratuliert den Preisträgern und ist sehr stolz solch begeisterte und erfolgreiche Fleckviehzüchter in unseren Reihen zu wissen.

Ing. Johann Tanzler, AGÖF und Ing. Reinhard Pfleger, RSTM