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Bundesweiter Baupreis geht in die Steiermark

Erstmals wurde ein bundesweiter Baupreis für innovative Stallbauprojekte vergeben

2 x Gold für steirische Züchter


Ing. Reinhard Pfleger, Rinderzucht Steiermark


Der Rinderstall: Lebensraum für unsere wertvollen Zuchttiere, Arbeitsplatz für die bäuerliche Familie und prägendes Element des österreichischen ländlichen Raums.

Gesunde, leistungsfähige, langlebige Tiere sind Wunsch und wirtschaftliche Notwendigkeit für jeden Züchter. Rationelle Arbeitsabläufe und bewältigbare Arbeitsumfänge werden in Zeiten rückläufiger Arbeitskräfteausstattungen auf den Betrieben immer wichtiger.
Die Gleichung Leistung = Genetik + Umwelt führt einem die essentielle Bedeutung der Gestaltung der Lebensumwelt unserer Zuchttiere vor Augen.

Für den erstmals ausgeschriebenen ÖKL Baupreis wurden insgesamt 91 Projekte aus allen Teilen Österreichs eingereicht. Eine hochkarätige Jury beurteilte die eingereichten Stallbauprojekte nach 4 Hauptkriterien: Tiergerechtigkeit, Wirtschaftlichkeit, Arbeitswirtschaft und Stallbauliche Kriterien.

2 von insgesamt 4 bundesweit ausgezeichneten Projekten stehen in der Steiermark, im Bezirk Hartberg.

Das Projekt der Familie Johannes und Rosemarie Kernegger aus Schnellerviertel bei Vorau ist eine beispielgebende Lösung für eine mehrfach optimierte Zubaulösung. Der Stall hat eine klare räumliche Trennung der funktionellen Bereiche. Die kluge Situierung des Melkareals ergibt einen großzügigen Wartebereich mit kurzen Arbeitswegen. In der Tiergerechtigkeit kann der Stall mit einem Special-Needs Bereich mit integrierter Abkalbebox punkten. Der Boden ist planbefestigt, teilweise gummiert und wird per Schieberentmistung gereinigt. Die großzügige Dimensionierung der Laufgänge, sowie der Fress- und Liegeboxen wurden positiv bewertet. Gefüttert wird effizient mit dem Silokamm, Kraftfutter kommt über eine Tranponderdoppelstation zu den Tieren. Gemolken wird im 2 x 5 Swingover Melkstand. Der Betrieb Kernegger bewirtschaftet 39 ha LN in biologischer Wirtschaftsweise. Aktuell werden 40 Kühe samt Nachzucht gehalten. Die aktuelle Herdenleistung liegt bei 8200 kg Milch.

Bei zukünftigen Stallbauvorhaben wird der Einsatz von voll- und halbautomatischen Einrichtungen an Bedeutung gewinnen. Dies gilt vor allem für Melken,  Futtervorlage und Tierkontrolle. Das eingereichte Projekt der Familie Manfred und Maria Kopper aus Stambach bei Grafendorf präsentiert sich als tiergerechter, innovativer Kompoststall mit interessanter Einbindung des bestehenden Laufstalles. An der Schnittstelle beider Gebäude wurde ein automatisches Melksystem (Roboter) installiert. Das innovative System des Kompoststalles bietet den Tieren optimalen Liegekomfort mit gutem Sozialkontakt. Der Kompoststall ist sehr offen gebaut und bietet maximalen Lichteinfall und Luftaustausch. Eingestreut wird alle 3-4 Wochen. 2 x täglich wird die Großbucht mit einem Bobcat mit Egge bearbeitet und somit belüftet. Ausgemistet wird der Stall zweimal jährlich. Die Futterachse ist im Freien angeordnet und wird mit einem Futterverteilwagen mit Gras- und Maissilage beschickt. Der Betrieb Kopper bewirtschaftet 24 ha LN. Am Betrieb stehen aktuell 60 Kühe mit einer Herdenleistung von 8300 kg Milch. Die Herdendurchschnittsleistung konnte im ersten Jahr am Melkroboter annähernd gehalten werden. Die Jungviehaufzucht ist ausgelagert und wird von zwei Partnerbetrieben erledigt.


Die Rinderzucht Steiermark ist stolz auf Ihre innovativen Züchter, gratuliert beiden Familien zur Auszeichnung und wünscht für die nächsten Jahre viel Züchterglück in den neuen Stallungen.

Familie Kernegger
Spezial Nees Bereich - Stall Kernegger
Stall Familie Kernegger
Familie Kopper
   Spezial Needs Bereich - Kopper
   Stall Familie Kopper

 

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