Zum siebenten Mal fand am 13. März die Zuchtprogramm- und Nachzuchtschau der Rinderzucht Steiermark und der Besamungsorganisation GENOSTAR in der Greinbachhalle statt. LK-Präsident ÖR Gerhard Wlodkowski und Landesrat Johann Seitinger verfolgten so wie 2.000 Besucher aus dem In- und Ausland das Topereignis der Rinderzucht bis zur Wahl der Champions. Man wollte und konnte sich über Kühe und Kuhfamilien informieren, die im Zuchtprogramm Verwendung finden - und die Nachzuchtgruppen von aktuellen Teststieren gaben Auskunft über die jüngste Genetik.
44 Fleckvieh-, 19 Braunvieh- und 12 Holsteinkühe wurden in 13 Gruppen vom Geschäftsführer des Rinderzuchtverbandes Salzburg, Ing. Bruno Deutinger, zügig und gut nachvollziehbar gerichtet. Aus den Gruppen- und Gruppenreservesiegerinnen wurden schlussendlich die Gesamtsieger gewählt.
Fleckvieh
Die erste Jungkuhgruppe wurde von der leistungs- und euterstarken HUTMANN-Tochter KLEOPATRA von Johann Brunnhofer angeführt. Bei den Fleckviehjungkühen kamen letztendlich die RAINER-Tochter SABRINA vom Betrieb Schöggl, Langenwang, die VANSTEIN-Tochter AIDA vom Betrieb Aigner, Turnau und die ZAHNER-Tochter PARIS vom Betrieb Moitzi, Obdach, - drei perfekte Jungkühe - in die engere Auswahl für den Titel „Fleckviehchampion jung“. Aufgrund ihrer besonderen Ausstrahlung und weil der Preisrichter ihr am meisten Zukunftspotential zutraute, setzte er die ZAHNER-Tochter von Johann Moitzi an die Spitze der Jungkühe.
In der ersten Gruppe der Kühe mit zwei Kälbern dominierte in einer besonders starken Konkurrenz die harmonische GS HETORO-Tochter BLASI von Gabriele und Rudolf Farnleitner, Naas. Bei den Kühen mit drei Abkalbungen führte an der überaus körperstarken GS RÖMER-Tochter LINA von Ernst Maderbacher, Wenigzell, kein Weg vorbei. Bei den Mehrkalbskühen entschied sich der Preisrichter im Finale zwischen der noch jugendlich wirkenden Viertkalbskuh MELLI (V: Romel) vom Betrieb Schöggl, Langenwang, der mit einem drüsigen Euter ausgestatteten Fünftkalbskuh WONNE (V: Heron) vom Betrieb Lendl, Floing, der feingliedrigen WEINOLD-Tochter BLUE BELL vom Betrieb Mayer, Bretstein, und der letztendlichen Gesamtsiegerin der Mehrkalbskühe, REGIO-Tochter WAIXLA vom Betrieb Luckner, Kraubath. Preisrichter Deutinger sah in WAIXLA den perfekt ausgebildeten Doppelnutzungstyp und lobte ihr fehlerfreies Fundament und ihre Ausgeglichenheit in allen Merkmalen.
Braunvieh
Bei der Rasse Braunvieh, die eine sehr starke Kollektion präsentierte und insbesondere beeindruckende ältere Kühe dabei hatte, waren die EAGLE-Tochter JULIANE von ÖR Josef Hochfellner, die COLLECTION-Tochter ALBI von Robert Herk und die ACE-Tochter LAURA von Elisabeth Riegler, Langenwang, siegreich. Den Championtitel konnte auch dieses Jahr der ACE-Tochter LAURA, die bereits über Jahre ein beeindruckendes Exterieur bei höchstem Leistungsvermögen beibehält, aus dem Betrieb von Elisabeth Riegler niemand streitig machen.
Holstein
Bei den jungen Holsteinkühen dominierte GOLDWYN-Tochter SH GOLDWYN M von Martina und Rene Moser, St. Stefan ob Leoben, bei den älteren Holsteinkühen setzte sich die TALENT-Tochter NIGHTSTAR von Elisbaeth Riegler, Langenwang, gegen eine starke Konkurrenz durch. NIGHTSTAR, die Tochter der mehrmals auf großen Schauen erfolgreichen NEELA, holte sich schließlich auch den Titel „Holsteinchampin 2010“, womit die Familie Riegler aus Langenwang einen sensationellen Doppelerfolg bei Braunvieh und Holstein einfahren konnte.
GENOSTARS mit ihren Töchtern
Das Besamungsunternehmen GENOSTAR konnte den Züchtern gleich sechs Nachzuchtgruppen von hoffnungsvollen jungen Vererbern vorstellen. Gezeigt wurden Töchter des Braunviehstieres HUXOY sowie der Fleckviehstiere GS EGON *TA, GS WOSSI, GS WILHELM, WEINBERG und HERNANDES Pp, dem ersten in Österreich eingesetzten mischerbig hornlosen Doppelnutzungsstier.
GS EGON (Engadin x Hodach) führt mit ENDO derzeit die Topliste der ENGADIN-Söhne an (Züchter: Rehrl, Bayern). GS WOSSI (Waterberg x Malhax) stammt aus der leistungsstarken und extrem vitalen Ausstellungskuh OSSI und lässt typstarke Kühe erwarten (Züchter: Ratzberger, NÖ). GS WILHELM (Weinold x Hippo) kommt aus der Kuhfamilie der Spitzenvererber HULOCK und RAUB und überzeugte mit einem einheitliche Typ und Spitzenexterieur (Züchter: Schmausser, Bayern). WEINBERG (Waterberg x Hippo) zeigte einheitliches Exterieur mit einer ausgeglichenen Töchtergruppe und zählt aufgrund seiner ersten Zuchtwerte aktuell zu den TOP 10 der WATERBERG-Söhne (Züchter: Mayer, Bretstein). HERNANDES Pp (Hippo x Morror) ist der erste mischerbig hornlose Doppelnutzungsstier, von dem in Österreich eine Nachzucht gezeigt wurde (Züchter: Foidl, Going). Die HERNANDES-Töchter überraschten mit Euterqualität und Leistungswillen.
Die Töchter des Braunviehstieres HUXOY, Sohn des Fitnessvererbers HUCOS und mütterlicherseits auf die bewährte T-Linie des Betriebes Gruber aus Gaal zurückgehend, überzeugten mit ihrer Einheitlichkeit und Euterstärke.
Resümee
Die Steiermarkschau 2010 schrieb Geschichte – mit herausragenden Siegerkühen, aber auch mit dem Konzept einer Zuchtprogrammschau. Wir bedanken uns bei den Züchtern, dass sie diesen Weg mit uns gehen. Wir sind überzeugt, damit die Konkurrenzfähigkeit unseres Zuchtprogrammes und damit ihrer Betriebe ausbauen zu können.
Peter Stückler
(05.05.12) Rinderschau FVZG Oberwölz
(04.05.12) Fleckvieh ist Schrittmacher
(27.04.12) OptiGene-Züchterbefragung OptiGene ist ein Projekt zur Optimierung der Zuchtziele und Zuchtprogramme, das für drei Jahre anberaumt ist. Projektträger ist die ZAR in Zusammenarbeit mit ZuchtData, BOKU und Lebennsministerium.