Steiermark im Mittelpunkt des Gesundheitsmonitorings
Am 23. November trafen sich alle österreichischen Projektpartner aus Wissenschaft und Praxis sowie eine Reihe deutscher Experten auf Einladung der ZAR in Weiz zu einer erweiterten Projektsitzung. Im Mittelpunkt stand die Überführung des Projektes in die Routine.
Zuchtwertschätzung offiziell
Erstmals gibt es bei der Dezember-Zuchtwertschätzung offizielle Gesundheitszuchtwerte für die Merkmale Mastitis, frühe Fruchtbarkeitsstörungen, Zysten und Milchfieber. Besonders der Vergleich von Stieren mit unterschiedlichen Zuchtwerten zeigt deutlich, dass eine genetische Verbesserung von Gesundheitsmerkmalen dem Züchter vieles bringt. So weisen 7,3% aller Töchter der TOP-20 Stiere hinsichtlich Mastitis eine Erkrankung auf, während dieser Prozentsatz bei den Töchtern der 20 schlechtesten Stiere in diesem Merkmal bei 16,8% fast 2,5 mal so hoch ist.
Teilnahme an GMON Gebot der Stunde!
Aktuell nehmen 79% der steirischen Zuchtbetriebe am Projekt GMON teil. In 85% der GMON-Betriebe fallen auch Diagnosedaten (Codierung der Diagnose am Arzneimittelabgabebeleg durch den Tierarzt) an, was eine sehr gute Mitarbeit der Tierärzte bestätigt. Die Gesundheitsberichte sind für den Betrieb eine unverzichtbare und kostenlose Grundlage für das betriebliche Management. Gesundheitszuchtwerte mit entsprechender Sicherheit sind für den Züchter vor allem bei jungen Stieren eine wesentliche Information. Die Rinderzucht Steiermark empfiehlt daher allen Mitgliedsbetrieben, ausnahmslos am Projekt teilzunehmen.
Rückmeldung aus der Praxis
Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Stellungnahme von betroffenen Praktikern zu diesem Projekt für die Tiergesundheit. Nikolaus Dunst, Fleckviehzüchter aus Stubenberg, konnte die Ergebnisse des Gesundheitsberichtes bereits für konkrete Änderungen in den Arbeitsabläufen auf seinem Betrieb erfolgreich nutzen. Bei der Auswahl der Besamungsstiere hält er nichts von einer „1000er-Ralley“, daher schaut er gerade auf Informationen, wie sie die Gesundheitszuchtwerte enthalten. Tierarzt Dr. Josef Elmer von der tierärztlichen Praxisgemeinschaft Passail schätzt die Informationen aus dem GMON-Projekt für eine echte Bestandesbetreuung. Das GMON-Projekt trägt aus seiner Sicht auch wesentlich zur besseren Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Tierärzteschaft bei. Auch Mag. Berthold Grassauer, Vizepräsident der österreichischen Tierärztekammer, sieht das Projekt als Treffpunkt der gemeinsamen Interessen von Tierärzten und Züchtern.
Deutschland folgt Österreich
Im Nachbarland Deutschland gibt es jetzt mehrere Ansätze, ähnlich wie in Österreich Gesundheitsdaten zu erfassen und einerseits für das Management und andererseits für züchterische Zwecke zu nutzen. So wurden das Projekt „Pro Gesund“ in Bayern, „GKuh in Verden und „BHNP“ in den neuen Bundesländern vorgestellt. Die Tatsache, dass die Züchter in Deutschland den gleichen Weg beschreiten, sollte uns in unserer Arbeit bestärken.
Betriebsbesichtigung
Im Anschluss an die Tagung in Weiz wurde der Zuchtbetrieb Rosa und Johann Derler in Piregg besichtigt. Nicht nur das Kuhcafe war der Grund für den Besuch des Betriebes, der besonders tiergerechte Laufstall für eine 75-Kuh-Herde war der treffende Abschluss der Veranstaltung. PS
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(05.05.12) Rinderschau FVZG Oberwölz
(04.05.12) Fleckvieh ist Schrittmacher
(27.04.12) OptiGene-Züchterbefragung OptiGene ist ein Projekt zur Optimierung der Zuchtziele und Zuchtprogramme, das für drei Jahre anberaumt ist. Projektträger ist die ZAR in Zusammenarbeit mit ZuchtData, BOKU und Lebennsministerium.