Das Zuchtprogramm steht im Mittelpunkt der alle eineinhalb Jahre stattfindenden Steiermarkschau. Schauplatz war heuer wieder die Oberlandhalle in Leoben. Die Spitzentiere aus den Zuchtprogrammen aller Rassen mobilisieren immer mehr Leute. Mit Schaubeginn um 19.00 Uhr war die Halle bereits voll besetzt.
Zuchtprogramm im Mittelpunkt
Bei den Milch- und Fleischrassen werden auf der Schau nur Tiere zugelassen, welche als Stiermütter oder zumindest als Mütter künftiger Stiermütter die Zucht beeinflussen. Schauexterieur allein ist zu wenig, Leistung und die züchterische Rangierung müssen ebenso stimmen.
Fleischrassen
Mit Limousin und Murbodner gingen jene Rassen im Schauring, wo die Steiermark Österreich weit führend ist. Die hervorragende Bemuskelung und der Rahmen beeindruckten neben der Ausgeglichenheit der vorgestellten Tiere die Besucher. Bei den Limousinkühen ging HELMA, eine reife, sehr kalibrige Zuchtkuh aus dem Betrieb von Maria Grüner an der Spitze. Die Murbodnerkollektion unterstrich die Zuchtarbeit als Fleischrasse, wobei die ausgewachsene Jaga-Tochter SUSANNE von Josef Lanner dem Zuchtziel am besten entsprach und erstplatziert war.
Braunvieh und Holstein
Nicht nur der junge Preisrichter Cord Hormann aus Norddeutschland, sondern alle anwesenden Fachleute waren sich einig: Die Qualität der Tiere auf dieser Schau war auf einem bisher nicht erreicht hohen Niveau.
Holstein
Die Klasse der Zweitkalbskühe wurde von der Rotbunten Regiment-Red Tochter Linde vom Betrieb Johann Edlinger vor allem wegen ihres ausgezeichneten Euters und des hervorragenden Milchtyps vor der kapitalen Derry-Tochter Maryanne vom Betrieb Johannes Meisterhofer gewonnen. Die Gruppe der Kühe mit mehr als 3 Abkalbungen gewann die sehr harmonische Integrity-Tochter Neela vom Betrieb Elisabeth Riegler durch ihre Vorteile in der Bewegung gegen die beeindruckende rote Rubens-Tochter Mabel aus dem Betrieb Johannes Meisterhofer. Den Gesamtsieg holte sich letztendlich Neela vor Mabel und Linde.
Braunvieh
In der Klasse der Erstkalbskühe konnte sich die Payoff-Tochter Alina von Josef Tippl wegen ihrer Vorteile in der Breite und Tiefe gegen die elegante Vido-Tochter Salbri vom Betrieb Strauss Andreas durchsetzen. Die zweite Klasse wurde von der stilvollen und euterstarken Collection-Tochter Albi von Robert Herk vor der sehr ausgeglichenen, korrekten, züchterisch sehr interessanten Pronto-Tochter Alice vom Betrieb August Strommer gewonnen. Bei den Kühen mit mehr als drei Abkalbungen setzte sich die bekannte Ace-Tochter Laura vom Betrieb Elisabeth Riegler wegen ihrer Vorzüge im Fundament und in der Harmonie gegen die sehr tiefrumpfige euterstarke Denmark-Tochter Lola von Hubert Riegler durch.
Gesamtsiegerin wurde in einer sehr knappen Entscheidung Albi vor Laura und Lola.
INDY – ein neuer Fleckviehvererber
Knapp vor der Zuchtwertschätzung präsentierte die Rinderzucht Steiermark Besamungs GmbH eine Nachzuchtgruppe mit sechs Töchtern des Regio-Sohnes INDY. Die im Exterieur sehr einheitliche Gruppe holte sich viel Sympathie durch ihre sehr guten Fundamente mit trockenen, klaren Sprunggelenken auf sicherer Fessel. INDY zeigt das Vererbungsbild eines Allroundvererbers mit stark positiver Melkbarkeit, ohne Probleme in der Zellzahl zu schaffen, und verdient das Prädikat Leichtgeburtenvererber. Auch die Eiweißvererbeung zeigt in die gewünschte Richtung.
Fleckvieh
50 Fleckviehkühe stellten sich der Rangierung, die vom NÖ-Genetik-Geschäftsführer Dr. Friedrich Führer zügig erledigt wurde.
In den drei Gruppen mit Erstlingskühen wurde versucht, entwicklungsfähige Tiere mit trockenen Fundamenten, drüsigen Eutern und entsprechendem Leistungswillen auszustellen. Jungkuhchampion wurde die Waterberg-Tochter FUSION von Franz Sommersguter wegen ihres fehlerfreien Körpers auf einem absolut sicheren Fundament und einem sehr drüsigen Euter. FUSION kommt aus derselben Kuhfamilie wie der Eutervererber ROTAX. Als weitere Gruppensiegerin brillierte die erst frisch abgekalbte LEONIE (V: Waterberg, M: Larissa) von Heinz Eichberger vor allem mit ihrem klaren, trockenen Fundament. Die wüchsige Hippo-Tochter KORA von Herbert Breitenbrunner zeigte viel Eleganz und die gewünschte Unverbrauchtheit einer Jungkuh und kam somit auch bei der Wahl der Championkuh in die engere Wahl.
Bei den Kühen mit zwei Kälbern siegten die etwas feinere, aber mit einem Spitzeneuter ausgestattete Repteit-Tochter WHISKY von Johann Derler und die Engadin-Tochter ELISA von Johann Eibisberger, die mit einem Traumkörper beeindruckte. WHISKY ist eine Tochter der über ET stark genutzten WENCKE (V: Ress). Als Zweitplatzierte konnte Rotax-Tochter SARAH von Barbara Mayer mit ihrer Kompaktheit im Körper und Euter besonders gefallen.
Die Entscheidung bei den Kühen mit drei Kälbern ging klar an die leistungsstarke Regio-Tochter NATASCHA von Johann Brunnhofer, die im Exterieur eigentlich keine Wünsche offen ließ und auch ein heißer Tipp für das Finale war. Auch die zweitplatzierte Hagan-Tochter FREUDE von Franz Sommersguter hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Viel Lorbeeren vom Preisrichter erhielt Morror-Tochter LARISSA von Heinz Eichberger, die auch nach fünf Kälbern mit einem kaum zu überbietenden Exterieur wieder einmal verdient den Championtitel holte.
Junge Genetik vorne dabei
Zwölf Töchter von jungen Vererbern aus dem Prüfeinsatz qualifizierten sich für die Schau und standen viermal auf der Siegertreppe. Besonders positiv fielen die Töchter von Römer, Rotax, Raffael, Indy (V: Regio), Hades (V: Hippo) und Rohar (V: Rehard) auf.
Resümee
Das Konzept des gemeinsamen Auftrittes aller Rassen wird vom Publikum gutgeheißen. Die Steiermarkschau ist der ideale Rahmen für die regelmäßige Präsentation des Zuchtfortschrittes. Professionalität in der Vorbereitung und Abwicklung der Schau wird sich für die Züchter bezahlt machen.
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BV Champion ALBI |
FV Champion LARISSA |
HF Champion NEELA |
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| Gruppensiegerin LEONIE | Gruppensiegerin KORA | Gruppensiegerin FUSION |
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| Gruppensiegerin WHISKY | Gruppensiegerin ELISA | Gruppensiegerin NATASCHA |
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| Nachzuchtgruppe INDY |
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