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Herbstauftakt ZAR

Österreichs Milchbauern im Überlebenskampf – ein Lokalaugenschein

ZAR-Obmann ÖR Anton Wagner lud die bäuerlichen Interessensvertreter am 4. September zum „Herbstauftakt“ am Betrieb von ÖR Willibald Rechberger, Turnau, ein. Die Situation am Milchmarkt sowie die unter Druck geratenen Zuchtrinderexporte waren der Anlass für das Expertengespräch. Das Treffen stand unter dem Titel „Österreichs Milchbauern im Überlebenskampf – ein Lokalaugenschein“.

Der Einladung folgten Obmänner, Funktionäre und Geschäftsführer österreichischer Zuchtorganisationen sowie höchste Vertreter der Ministerien, der Interessensvertretung und der Politik. Unter anderen begrüßte Obmann Wagner AMA-Vorstandsvorsitzenden DI Günter Griesmayr, Präsident Walfried Wutscher, Vorsitzender des Ausschusses für Viehwirtschaft in der LK Österreich, DI Adolf Marksteiner, LK Österreich, Mag. Ulrich Herzog, österreichischer Chefveterinär, BMGJ, Sektionschefin DI Edith Klauser, Ministerialrat Dr. Konrad Blaas, Ministerialrat Franz Paller und DI Christian Rosenwirth, BMLF, DI Franz Tonner, Bauernbunddirektor Steiermark, Kammerobmann Johann Madertoner, Ing. Hannes Tanzler, AGÖF-Geschäftsführer, Hermann Gruber, Obmann der ARGE Holstein, Hans Terler, GF ARGE Holstein, Christian Friedl, Obmann der österreichischen Jungzüchtervereinigung, die Tierzuchtdirektoren DI Irmgard Mitterwallner (Salzburg) und Dr. Christian Moser (Niederösterreich), Mag. Franz Sturmlechner, GF ZAR, DI Lukas Kalcher und DI Markus Gahleitner, ZAR.

Familie Rechberger stellte den Teilnehmern ihren 63 ha großen Bergbauernbetrieb (17 ha Grünland, 46 ha Forst) vor, der als Rinderzuchtbetrieb geführt wird und neben Milchwirtschaft und Zuchtrinderproduktion noch die Standbeine Forstwirtschaft und Fremdenverkehr hat. Willibald Rechberger, der betonte, dass er mit seiner Familie absolut nicht jammern will, sondern immer optimistisch in die Zukunft blickt, macht sich „angesichts der Preisentwicklung am Milchmarkt Sorge um viele Bergbauernbetriebe in der Region“. In dieser Situation muss aus seiner Sicht auch in einer freien Marktwirtschaft über einen „Mindestpreis“ für Milch nachgedacht werden. Aus der Sicht eines 30-Kuhbetriebes gab Rechberger auch zu bedenken, dass im Berggebiet wesentlich größere Einheiten im Familienbetrieb nicht zu bewältigen sind. Die Teilnehmer konnten am Betrieb Rechberger eine extrem leistungsstarke, exterieur- und euterstarke Fleckviehherde mit besten Fitnessmerkmalen besichtigen. Besonders diskutiert wurde die kostengünstige Laufstallvariante in Selbstbauweise, die zudem sehr hohen Kuhkomfort bietet. „Eine kostengünstigere Stallinvestition in der Milchwirtschaft gibt es nicht“, so Sohn Christian Rechberger. 

In der anschließenden Diskussionsrunde gab es u.a. folgende interessante Themenbereiche:
- Präsident Wutscher tritt für eine Marktregulierung am Milchmarkt ein („Mindestpreis“)
- Mag. Ulrich Herzog wiederholte, dass die BT-Impfung fachlich notwendig ist. Im Italienexport seien gewisse Erleichterungen beim Einstellerexport (Wartefrist nach Impfung) zu erwarten.
- DI Edith Klauser sieht die Förderungen der LKV’s und Zuchtverbände unter starkem finanziellen Druck stehend.
- Forderung der Zuchtorganisationen an das Gesundheitsministerium, eine bundeseinheitliche Tierseuchen-Datenbank für alle Rinder zu schaffen.

   

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